1973 geb. in Marburg
1992-95 Magisterstudium Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Grafik & Malerei, Philipps-Universität Marburg
1995 Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken, Studium der Freien Kunst mit dem Studienschwerpunkt "Neue Künstlerische Medien" bei Prof. Ulrike Rosenbach und Prof. Tamás Waliczky, künstlerische Schwerpunkte im Bereich Video-, Foto- und Computerkunst
2000 Mitbegründerin der Künstlergruppe syndikaton™
2001 Diplom, Meisterschülerin von Prof. Ulrike Rosenbach
2001-2003 Meisterschülerstudium

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Indirekte Körperfotogramme

Aus „Lehrjahre Lichtjahre“, Die Münchner Fotoschule 1900-2000, Prof. Dr. Gerhard Glüher
„... Einen Schritt über dieses Bezugssystem hinaus geht die Saarbrücker Künstlerin Henrike Kreck mit ihren Körperabdrücken. Alle wesenhaften Anliegen und Fragen des Portraits werden in ihren Bildern thematisiert. Es sind von der Technik her gesehen Fotogramme von Körpern, genauer gesagt handelt es sich um Selbstportraits. Kreck fertigt mittels Transparentabdrucken eine eins zu eins Matrize ihres nackten oder mit Unterwäsche bekleideten Körpers an. Diese Abdrucke werden manuell weiter bearbeitet und danach als Fotogramme belichtet. Es findet somit ein mehrschichtiger und reflektierter Prozeß statt, der trotz aller Erkennbarkeit der künstlerischen und handwerklichen Arbeit immer noch einen hohen Grad an unmittelbarer Anwesenheit des Körpers besitzt. Wie bei Holthusen wollen wir diese Körper begreifen, um uns ihrer Existenz zu vergewissern, doch sie existieren nur im Medium. Diese Art des Portraits ist im Vergleich zu den vorhergehenden das medienkritischste, denn es spielt die Ambivalenz der Fotografie, sowohl Abbild als auch Trugbild zu sein, in technisch perfekten Bildlösungen aus, wobei die gewollte materielle Sinnlichkeit in der Rafinesse der Materialbehandlung nicht verloren geht. Krecks und Holthusens mediale Grenzüberschreitungen geben somit visuelle Anregungen zum Weiterdenken und zur Vervollständigung des Menschenbildes in der Phantasie der Betrachter. Ob dies nun mittels computerunterstützter Hochtechnologie geschieht oder auf einem eher „alchemistischen“ Weg, bleibt letztlich zweitrangig, wichtig ist in erster Linie, dass der Begriff des Portraits durch eine konzeptionelle und künstlerische Herangehensweise im Sinne von Floris M. Neusüss erweitert wurde und es sich nicht um eine Visualisierung des Begriffes mit fotografischen Mitteln handelt. ...“

external affairs

„Ihre gegenwärtige große Werkgruppe mit dem Titel ”external affairs“ befaßt sich mit dem Thema der Serie und der Bildsequenz. Zwar ist die (digitale) Fotografie noch das Referenzmedium, doch es findet in diesem Werkkomplex eine so hohe Verdichtung statt, die man eigentlich in einem statischen Medium nicht erreichen kann – bisher jedenfalls. Kreck´s Bildkonstellationen synthetisieren die Zeit und die Geschichte – meist sind es autobiografische Bezüge – in Bildgefüge, welche die Wahrnehmung und die Gedächtnisleistung sich erarbeiten muß. Kunsthistorisch steht Kreck in der Tradition der Collage und des synthetischen Kubismus, doch sie trägt diese schwere kunsttheoretische Last mit der ihr eigenen unaufdringlichen Leichtigkeit.“
(Prof. Dr. Gerhard Glüher)
Das Motiv des „Tatortes“ ist eines der Leitmotive der Inszenierungen von „external affairs“. Nicht selten spielen sich die Szenerien in dunklen Wäldern, verwilderten Gärten, düsteren Räumen oder leerstehenden Gebäuden ab. Die Zivilisation bleibt außen vor, und wenn sie erscheint handelt es sich oft um Überbleibsel vergangener Leben oder sie zeigt sich verlassen, verwunschen, verwahrlost und in der Zeit stehen geblieben. Die langwierigen Aufnahmesituationen werden zum meditativen Akt, in dem die Aura des Vergangenen eingefangen, konserviert und später digital inszeniert wird.